Das Landesverfassungsgericht hat in vier weiteren Fällen die sachsen-anhaltische Gemeindegebietsreform bestätigt. Rechtlich darf sich die CDU-SPD-Koalition dadurch bestätigt sehen. Ob allerdings diese aus vielen Gründen fragwürdige Reform gut für Sachsen-Anhalt und die in den betroffenen Gemeinden lebenden Menschen ist, werden spätere Generationen zu bewerten haben.

Auf der Haben-Seite könnten irgendwann Kostendämpfungen in kommunalen Verwaltungen stehen. Erkauft werden diese mit dem hundertfachen Verlust Jahrhunderte alter Ortsnamen, dem Verlust politischer Selbständigkeit, mit zentralistischen Strukturen, weiteren Wegen für Bürger und dem schleichenden Niedergang lokaler Identität. Ein sehr hoher Preis.

Vielleicht hätte es bessere Lösungen gegeben als dieses blasse Abziehbild westdeutscher Gemeindereformen. Doch dafür fehlten den Verantwortlichen hierzulande offensichtlich Kraft und Kreativität. (Sachsen-Anhalt)