Distanz zwischen sich und die bisherigen Parteigrößen zu legen, gelingt dem neuen FDP-Chef Philipp Rösler auch mit der Neuwahl der Fraktionsspitze nur im Millimeterbereich. Die alten Kader kleben ihm nach der Postenwechselei weiter wie Kaugummi am Hacken. In der Fraktion ist es Neu-Vorsitzender Rainer Brüderle, in der Parteiführung Birgit Homburger, die mit einem Stellvertreter-Posten für den Verlust der Fraktionsmacht abgefunden werden soll.

Der liberale Kader-Kampf setzt sich im Bundeskabinett fort. Rösler kann vom Gesundheitsressort ins gewichtigere Wirtschaftsministerium aufsteigen. Das schmälert die Bedeutung von Außenamtschef Guido Westerwelle, dem noch seine Absetzung als FDP-Chef in den Knochen steckt. Minister Rösler muss nun zeigen, dass er tatsächlich die Nummer eins bei den Liberalen ist. Wenn zwei sich streiten, freut sich ein Dritter: In diesem Fall ist es Kanzlerin Angela Merkel.(Politik)