Bundeskanzlerin Angela Merkel sitzt noch immer im Atom-Zug, der seit der Katastrophe in Japan in einem Kopfbahnhof feststeckt. Damals wäre sie am liebsten sofort aus- und in den Zug eingestiegen, den SPD und Grüne bereits vor mehr als zehn Jahren in Fahrt gebracht hatten. Wohlüberlegt war dieser Schritt zunächst nicht. Die von Merkel eingesetzte Ethikkommission will den Atom-Zug nun ausrangieren und fordert die Bundeskanzlerin zum Umsteigen auf. Bis 2021 hat sie dazu Zeit.

Aber wollen wir den Meiler im Dorf lassen: Wäre es nicht vernünftiger, auf einen endgültigen Termin zu verzichten? Dann könnte je nach Zügigkeit des technischen Fortschritts abgewogen werden, wann es wirklich sinnvoll wäre, das letzte Atomkraftwerk vom Netz zu nehmen. Zudem stünde die nächste Regierung bei eventuellen Komplikationen nicht wieder am Bahnhof wie bestellt und nicht abgeholt.(Politik)