Bürgermedien sind eine politische Erfindung aus der analogen Zeit. Dies hatte seine Berechtigung, weil es damals nur wenige Fernseh- und Radiosender gab. Zwei Voraussetzungen, die den Zugang in die Medienwelt regeln, haben sich seither geändert: Das Internet macht die Verbreitung von Wort, Bild und Ton zum Allgemeingut. Und die dazu notwendige Technik ist preiswert und erfordert immer weniger Fachwissen.

Sind Bürgermedien deshalb ein Auslaufmodell? Nicht, wenn sie ihre Kernaufgabe erfüllen: pädagogische und technische Hilfe bei der Orientierung im Mediendschungel. Problematisch wird es, wenn sich neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine zweite Gruppe gebührenfinanzierter Nachrichten- und Unterhaltungsmedien immer weiter ausbreitet. Im ohnehin dünn gesäten Medienmarkt von Sachsen-Anhalt ist dafür kein Platz. (Sachsen-Anhalt)