Bisher lief alles nach Verkündung des Abschieds von der Atomenergie verblüffend störungsfrei. Schwarz-Gelb ließ nach Fukushima fix mal sieben Meiler abschalten, Angela Merkel gründete eine Ethikkommission und schon im Juni soll das Ausstiegs-Szenario stehen. Vereinzelte Bedenken gegen ihre Pläne wischt die Kanzlerin vom Tisch. Es scheint, als mache Merkel ihr politisches Schicksal vom Ende der Kernenergie in Deutschland abhängig.

Die Stromwirtschaft hat bislang artig mitgemacht. Doch kampflos wird sie die Lizenz zum Gelddrucken, die die Atomenergie darstellt, nicht abgeben. Wie das geht, machen die Netzbetreiber vor: Sie werfen einfach mal das Reizwort "Blackout" in die Diskussion. Damit hat die Energiewirtschaft einen wunden Punkt in der Regierungsplanung getroffen. Kein Strom im Winter - eine grauenvolle Vorstellung. Fürs Volk und für die von dessen Stimmen abhängige Kanzlerin.(Seite 1/Politik)