Christine Lagarde ist Finanz- und Wirtschaftsministerin in Frankreich. Sie gilt als hochkompetent - auch für den Job an der Spitze des Internationalen Währungsfonds. Genau da möchte Frau Lagarde hin. Das wäre sehr im Sinne Frankreichs. Auch die deutsche Regierung lobt ausgiebig.

Und der EU wäre diese Personalie gewiss angenehm. Ist doch der IWF bei der permanenten Rettung krisengeschüttelter Euro-Länder an vorderster Front dabei. Da scheint es besser zu sein, wenn Europäer und Amerikaner die Chefposten von IWF und Weltbank wie bisher unter sich ausmachen. Die Schwellenländer fordern ein Ende dieser Erbhof-Praxis. Und sie gewinnen an Gewicht. Allen voran China - nicht nur, weil Peking über die weltweit größten Devisenreserven verfügt.

Schon möglich, dass Frau Lagarde auf mehrere ebenso kompetente Konkurrenten trifft, die sich noch bis zum 10. Juni für den Spitzenposten bewerben können. Die dann fällige Entscheidung könnte auch etwas über das internationale Kräfteverhältnis aussagen. (Politik)