Für Bundesminister war früher zu Jahresbeginn Weihnachten. Da schrieben sie ihre Wunschzettel für das Folgejahr und gaben sie dem Finanzminister. Der sollte dann für all die Begehrlichkeiten in die Staatstruhe greifen. War die leer, ging der Kassenwart bei den Banken Geld borgen.

Dieses Ritual hat über die Jahre dazu beigetragen, dass mit den großen Wünschen die Schulden des Staates wuchsen. Aber er ließ weiter anschreiben. Und als sich Banken beim Casinospielen verzockten, sprang er ein. Ihre Pleite hätte alles, was dem Bürger teuer ist, mit in den Abgrund gerissen – von der kleinen Rente über die Lebensversicherung bis zu großen Vermögen. Der Staat garantierte, bürgte, zahlte – und geriet in Bedrängnis. So erfand er die Schuldenbremse. Fortan fällt die Bundesminister-Weihnacht aus. Jeder von ihnen erhält neuerdings seinen Finanzrahmen, der für schöne Träume wenig Platz lässt. Jetzt wird zunächst geschaut, was man sich leisten kann. So gehört sich das. (Politik)