Dass man für die Erkenntnis, dass die Ölmultis den Benzinpreis erhöhen, wenn der andere es vormacht, drei Jahre braucht, bleibt ein Geheimnis des Bundeskartellamtes. Dort scheint man nur mit dem Klapprad zur Arbeit zu kommen. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Wettbewerbshüter vom Mechanismus der Preisrallaye an den Tanksäulen, über die jeder Autofahrer Tag für Tag sein Leid klagen kann, so lange nichts mitbekommen haben will.

Äußerst dünn sind auch die Schlussfolgerungen der Studie. Künftig mehr auf den Wettbewerb achten zu wollen, ist zu wenig. Dabei liegen viele Vorschläge auf dem Tisch – vom Verbot mehrerer Preiserhöhungen an einem Tag, über deren Vorankündigung 24 Stunden vorher bis zur gesetzlichen Trennung von Spritproduktion und Verkauf. Eher ist wohl anzunehmen, dass Vater Staat, der am meisten am Sprit verdient, schön in Deckung bleibt. (Wirtschaft)