Hut ab: Dass die europäischen Atomkraftwerke jetzt genau unter die Lupe genommen werden, ist zu einem Gutteil dem emsigen Günther Oettinger zu verdanken. Der EU-Energiekommissar aus Schwaben, anfangs als provinzieller Englisch-Dilettant verspottet, hat sich mittlerweile einen soliden Stand in Brüssel erarbeitet.

Allerdings sind nur die Prüfungen der Kraftwerke für alle Länder verbindlich. Was sie mit den Ergebnissen der Meiler-Tests machen, ist Sache der nationalen Regierungen. Das eröffnet einen breiten Interpretationsspielraum. Hier deutsche Maßstäbe anzulegen, wird nicht gehen. Während sich in der Bundesrepublik der Atomausstieg mit dem wirtschaftsfördernden Infrastrukturausbau als Segen erweisen kann, kommen andere nicht ohne Atomstrom aus. Das beginnt beim Nachbarn Frankreich. Die sichere Energieversorgung in Europa bleibt atomabhängig.(Politik)