Angela Merkel macht Politik richtig Spaß, daran lässt sie nie einen Zweifel. Diese Woche ist jedoch für die Kanzlerin eher freudlos. Sie hat durch den Libyen-Militärboykott NATO-Verbündete vergrätzt. Die Atomdebatte bekommt sie selbst nach dem Kernkraft-Gipfel nicht in den Griff. Und wenn am Sonntag in Baden-Württemberg – wie zu erwarten – eine felsenfeste Unionsbastion in die Brüche geht, wird es bis ins Kanzleramt krachen.

Davor steht heute der EU-Gipfel an. Ebenfalls keine Wohlfühlveranstaltung für Merkel, die gern als gelassene So-oder-so-Moderatorin auftritt. Drei schwere Krisen sind in Brüssel zu besprechen – die währungstechnische, die libysche und die japanische. Zu lösen sind sie nicht. Es kann nur darum gehen, die Gräben, etwa zwischen Deutschland und Frankreich, nicht zu vertiefen. Es würde nichts schaden, wenn die Kanzlerin dabei auch mal durch Geradlinigkeit auffiele.(Politik)