Grundsätzlich ist gegen eine Privatisierung staatlicher Spielcasinos nichts einzuwenden. Es genügt, wenn Behörden das Gewerbe kontrollieren, sie müssen es nicht betreiben. Allerdings müssen die Verkaufsbedingungen günstig sein, damit das Ganze nicht zum jahrelangen Trauerspiel gerät (wie etwa beim Flugplatz Cochstedt). Doch die Lage war alles andere als das.

Sachsen-Anhalt, nicht gerade ein Hort der Reichen und Schönen, ist kein Casino-Land. Die Spielbanken liefen schlecht, waren technisch veraltet. Solche Betriebe erfolgreich zu verkaufen, ist in guten Zeiten ein Kunststück – in Zeiten der Finanzkrise aber so riskant wie 17 und 4. Erfahrene Spielbankunternehmer winkten folgerichtig ab; übrig blieb eine Firma mit toller Internetseite und gerade mal einem deutschen Referenzobjekt: einem Einkaufsmarkt in einer sächsischen Kleinstadt. Die CDU/SPD-Regierung, voran Finanzminister Bullerjahn, waren schlecht beraten, zuletzt alles auf eine Karte zu setzen.