Tanken tut weh – das empfinden zurzeit jene, die täglich weit fahren müssen, um ihre Brötchen zu verdienen oder sie für die Kundschaft auszufahren. Dass die Preise steigen – wegen der Unruhen im Ölstaat Libyen – dagegen kann man in Deutschland wenig tun. Hier gibt es nur zwei Stellschrauben.

An der einen könnte das Bundeskartellamt drehen, indem es den Spritverkäufern bei der Preisbildung auf die Finger schaut. An der anderen könnten Politiker drehen. Denn mehr als 70 Prozent am Liter Kraftstoff kassiert der Staat: Etwa 65 Cent Mineralölsteuer beim Super (47 Cent für Diesel) plus 15 Cent Ökosteuer, und die 19 Prozent Mehrwertsteuer kommen noch oben drauf. Je höher die Ölpreise, desto lauter klimpert es also in der Staatskasse. Kein Wunder, dass Bundeswirtschaftsminister Brüderle bei diesem Lärm das Wehklagen von Volk und Wirtschaft über die hohen Spritpreise nicht hört. (Seite 1)