SPD-Spitzenkandidat Bullerjahn steckt in einem strategischen Dilemma. Viele seiner Wahlkampfthemen – wie längeres gemeinsames Lernen, gesetzlicher Mindestlohn, Vergabegesetz oder Ganztagsbetreuung für alle Kinder in der Kita – stimmen zu 100 Prozent mit den Positionen der Linken überein. Der Koalitionspartner CDU lehnt diese Forderungen derzeit ab.

Inhaltlich liegt Bullerjahn also in vielen Punkten sehr nahe bei den Linken. Doch zugleich muss er sich auch offen für eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition zeigen. Denn: Ein rot-rotes Bündnis will er nur dann schmieden, wenn die SPD am 20. März stärker als die Linke wird. Eine Neuauflage der Großen Koalition muss aber nicht bedeuten, dass damit alle SPD-Forderungen aus dem Wahlkampf komplett vom Tisch sind. Auch die Union wird sich bewegen müssen, wenn sie in der Regierung bleiben will.