Die CDU/SPD-Koalition in Sachsen-Anhalt plant überraschend, wieder die Eltern entscheiden zu lassen, ob ihre Kinder auf Gymnasium oder Sekundarschule gehen. Wenn nicht mehr Formblätter den Ausschlag geben, sondern Gespräche, dann ist das zweifelsohne ein Fortschritt. Der große Wurf ist es aber nicht.

Der wäre, das gesamte Prozedere zu überdenken: Fragwürdig ist bereits, warum man überhaupt beurteilen muss, für welche Schulform Zehnjährige geeignet sind. Ist Schule so starr, dass ein Kind nur hier- oder dorthin passt? Muss sich das Kind der Schule anpassen oder umgekehrt? Auch die Kriterien stehen in Frage: Leistungen, Lernverhalten, Persönlichkeit – wer will daraus bei einem Zehnjährigen Rückschlüsse auf die nächsten Jahre ziehen? Diese Verantwortung kann niemand tragen, nicht die Lehrer und auch nicht die Eltern.