Genauso wie sich ein FC Bayern das Recht nimmt, vor Saisonbeginn über die Dörfer zu tingeln und zu testen, so muss freilich auch einem Bundestrainer zugestanden werden zu probieren. Das geht schon in Ordnung. Wie anders sollte er sonst herausfinden, wer dann bei den großen Turnieren tatsächlich ins Team passt. Und wer eben nicht.

Die Frage, die sich nicht erst seit der Australien-Pleite stellt, lautet anders: Muss dieser Test immer gleich in ein Länderspiel mit allem Drumherum wie Hymnen, Event-Charakter und so ausarten? Würde es als Gegner nicht zuweilen auch ein Klub tun? Und muss dieser Test dann zur Primetime live im TV laufen?

Natürlich, wird der DFB jetzt mit Überzeugung sagen. Denn das Fernsehen zahlt für ein Länderspiel ordentlich, sogar sehr ordentlich. Da nimmt man dann eben auch hin, dass das Publikum die Stadien nicht mehr füllt, vergrätzt ist und pfeift. Dass die Liebe zwischen Team und Fans in eine Krise gerät.

Es war die Lichtgestalt aus Kitzbühel, die seit jeher Länderspiel-Tests gegen unattraktive Gegner als Schmarrn abgetan hat. Das wollten doch eh nur wenige sehen. Ob der Kaiser zumindest da nicht Recht hat?