Wenn ein 34-jähriger Michael Greis nach einer ziemlich miserablen WM erklärt: "Ich komme zurück", dann klingt das nach großer Enttäuschung. Wenn eine 24-jährige Magdalena Neuner nach ihrem dritten Gold, dem zehnten in ihrer persönlichen WM-Bilanz, sagt: "Dann muss ich mir neue Ziele setzen", dann müssen wir unsere Hoffnung pflegen, dass es diese Athletin tatsächlich sportlich meint.

Biathlon ohne Neuner wäre in diesen Tagen Deutschland ohne Biathlon. Sie hat sich vor der Saison trotz ihrer jungen Jahre nicht auf langfristige Ziele fokussiert, sie sprach nie von Sotschi 2014, nie von einsamen Rekorden, die die nunmehr Beste in der ewigen Medaillenrangliste erreichen wollte. Sie ist Ski gelaufen und hat auf fünf schwarze Scheiben gezielt – einfach so. Das mag ihr Erfolgsgeheimnis gewesen sein: Eine Neuner lässt sich nicht festlegen, eine Neuner genießt. Bitte noch lange.(Sport)