In dieser Woche nehmen CDU und SPD in Sachsen-Anhalt Koalitionsverhandlungen auf. Diese dürften härter werden als das Wohlfühl-Sondierungsgespräch am vorigen Freitag. Nach diesem Treffen hatten die Parteien überraschend ein Elf-Punkte-Programm vorgelegt, welches vor allem SPD-Forderungen enthält. Dass der Wahlsieger CDU schon zu einem so frühen Zeitpunkt so viele eigene Positionen kampflos räumt, verärgert viele in der Union. CDU-Spitzenmann Haseloff steht unter Zugzwang. Er wird in den Koalitionsverhandlungen die Handschrift der Union sehr deutlich machen müssen.

Aus machtstrategischer Sicht ist Haseloffs Agieren durchaus nachvollziehbar. Indem er der SPD in wichtigen Punkten sehr weit entgegengekommen ist, hat er die lauernde Linke als potenziellen Koalitionspartner der Sozialdemokraten endgültig aus dem Feld geschlagen. Er muss allerdings aufpassen, dass der Preis für die CDU nicht zu hoch wird.