Bei der geheimen Ministerpräsidenten-Wahl haben neun Landtagsabgeordnete aus dem schwarz-roten Regierungslager dem CDU-Politiker Haseloff die Zustimmung versagt. Damit hat der neue Regierungschef einen Stolperstart hingelegt. Haseloff hat einen ersten Eindruck davon bekommen, wie sehr unberechenbare Abgeordnete (die zudem aus dem Hinterhalt agieren) das Regieren in den nächsten Jahren erschweren können.

Es ist offenbar so, dass es bei CDU und SPD unter der Oberfläche teils erheblich brodelt. Der offene Konflikt wird (noch) nicht gesucht, doch der vorhandene Frust kann sich jederzeit eruptiv entladen. Vor allem in der Union herrscht Enttäuschung darüber, dass der SPD in vielen Punkten (Öffnung für Gemeinschaftsschulen, Rückkehr zur Ganztagsbetreuung für alle Kita-Kinder, Vergabegesetz) nachgegeben wurde. Etliche Sozialdemokraten sind sauer, dass der Hochschulbereich ins Wirtschaftsministerium verlagert wird.

Der kräftige Schuss vor den Bug muss Haseloff zu denken geben. Spätestens seit gestern weiß er, dass er äußerst sensibel mit den in der Koalition strittigen Themen umgehen muss. Eine Schonzeit wird der Ministerpräsident wohl nicht bekommen.