Ein paar Minuten Verspätung, zum Beispiel von Magdeburg nach Leipzig – rechtfertigt das die Kritik an der Deutschen Bahn?

Ja und nein, entscheidend ist der Einzelfall. Wer mit einem InterCity in den Nordseeurlaub fährt, kann darüber lachen, wenn er zehn Minuten später am Urlaubsort eintrifft. Staugeplagte Autofahrer rechnen Verspätungen ohnehin in Stunden. Wer aber wegen drei Minuten Verspätung den Anschlusszug versäumt und mehrere Stunden auf einem verlassenen Kleinstadtbahnhof ausharren muss, dem vergeht das Lachen rasch.

Tatsache ist, Nahverkehrszüge sind pünktlicher als Fernzüge. Offenbar wirken hier die staatlichen Strafen bei Verspätungen, die es im Fernverkehr nicht gibt. Den Politikern sollte zugleich die negative Tendenz zu denken geben. Dass sich Verspätungen wieder häufen, ist ein Indiz dafür, dass der Staatskonzern Bahn das Streckennetz verlottern lässt.