Kanzlerin Angela Merkel lud zum "Energiegipfel" ins Kanzleramt. Die Ministerpräsidenten kamen. Die Anti-Atombewegung auch. Sie forderte einen schnellen Ausstieg. Und Merkel? Sie sagte nach ihrem Treffen mit den Landesfürsten: "Wir alle wollen schnellstmöglich aus der Kernenergie aussteigen." Man stellt Übereinstimmung fest – zumindest im Ziel. Aber über die Wege, bis der letzte Meiler vom Netz geht, wird noch viel gestritten werden. Das liegt an Details und an unterschiedlichen Positionen zur Atomenergie in Europa. Da spielen branchenspezifische Interessen eine Rolle und es geht um viel Geld.

Der Ausstieg aus der Atomenergie wird Stromkunden und Steuerzahler eine gehörige Stange Geld kosten. Andererseits hat der Staat mit jedem Jahr, das die Meiler früher vom Netz gehen, 2,3 Milliarden Euro aus der Kernelementesteuer nicht zur Verfügung. Das sind Tatsachen. Bei manchen Hinweisen darauf schwingt allerdings die Drohung mit, Energie werde knapp und unbezahlbar. Also dann doch die preiswerte, ach so saubere Atomenergie? Ausgeblendet wird dabei nicht nur der schäbige und potenziell gefährliche Rest. Ignoriert wird, dass eine Energiewende auch Arbeit verheißt. Etwa beim Netzausbau oder bei der Wärmedämmung von Gebäuden. Also: Bitte wenden.(Politik)