Das Internet kann teuflisch sein. Diese Erfahrung muss gerade Silvana Koch-Mehrin von der FDP machen. Genüsslich und vor allem anonym sezieren Plagiatsjäger die Doktorarbeit der Vizepräsidentin des Europaparlamentes. Doch wie im Falle Guttenberg gilt: Der Jäger lebt von seiner Beute. Wenn Frau Koch-Mehrin keinen Diebstahl geistigen Eigentums begangen hat, müsste sie sich nicht in vielsagendes Schweigen hüllen.

Jung und attraktiv – das sind stets die Hauptattribute für die blonde Politikerin. Inhaltlich ist da nicht viel. Das dürfte so bleiben, sollte aus dem Vorwurf des Plagiats ein Nachweis werden. Beschädigt wären Koch-Mehrin als Person, das Europäische Parlament als Institution – und die FDP als Partei. Das fehlte den Liberalen mitten in der Krise gerade noch.