Seit dem Zusammenbruch des Staatssozialismus in Europa wird im Westen beinahe wöchentlich darüber spekuliert, dass mit diesem System auch in Kuba demnächst Schluss sein wird. Seit 21 Jahren also – aber zusammengebrochen ist nichts.

Noch immer führt ein Castro mit der Kommunistischen Partei hinter sich das Land – nicht mehr Fidel, dafür Raul. Der hat jetzt beinahe Bahnbrechendes angekündigt: Funktionäre und andere Führungskräfte sollen nur noch zehn Jahre im Amt bleiben dürfen. Eine Verjüngungskür, die ähnlich zaghaft ist, wie es die ökonomischen Reformen bisher waren und sind.

Plan- und Marktwirtschaft sollen unter dem Dach einer strammen kommunistischen Ideologie verknüpft werden. Ein Modell, das an seiner Widersinnigkeit scheitern muss. Mehr Markt heißt in der Regel auch mehr Freiheit, höchstens mit Ausnahmen wie in China.

Die Führung in Havanna aber will mit den alten Prinzipien nicht brechen, inklusive scharfer Unterdrückung der Opposition. Das ist Teil des Selbstverständnisses im Existenzkampf gegen die USA. Denn in der warmen Karibik ist der Kalte Krieg bis heute nicht zu Ende.(Politik)