Derzeit haben die Bundesländer wenig Interesse, genügend Steuerprüfer einzustellen. Wer in den Ruf gerät, eine Streitmacht an "Steuerpolizisten" loszuschicken, macht sich bei Unternehmern unbeliebt und könnte manch Ansiedlungswilligen vertreiben. Zudem: Von dem, was Prüfer hereinholen, bleibt wegen der Mechanik des Länderfinanzausgleichs nicht viel in den Landeskassen hängen. Reiche Länder müssten einen beträchtlichen Teil an die armen abgeben. Ärmere wiederum bekämen weniger aus dem großen Topf, wenn sie selber mehr einnehmen. Fazit: Viel Ärger, wenig Gewinn. Bullerjahns Vorschlag, die Steuerprüfung beim Bund zu zentralisieren, verdient eine Diskussion.

Über allem steht die zentrale Aufgabe, das Steuerrecht zu vereinfachen. Wer das Gestrüpp an "Gestaltungsmöglichkeiten" lichtet, braucht weniger Prüfer, erspart sich Ärger und spart obendrein noch Geld.