Kindern auf die Welt helfen – das ist Kern der Aufgabe von Hebammen. Ein Dienst, der offenbar nicht mehr viel wert erscheint. Bundesweit machten sie auf eine Schieflage im System aufmerksam, das die freiberuflichen Geburtshelfer mit Vergütungen abspeist, die in der Nähe von Hartz-IV-Aufstocker-Löhnen liegen.

Die Schieflage resultiert nicht nur aus den exorbitanten Berufshaftpflichtbeiträgen, sondern auch daher, dass dieser Berufsgruppe seit Jahren angemessene Honorare verweigert werden. Und beim tieferen Blick ins System darf man schon mal fragen, ob wirklich die medizinische Notwendigkeit besteht, dass in Deutschland fast jede dritte Entbindung per Kaiserschnitt erfolgt. Eine für die Kliniken lukrative Leistung. Hier liegt die eigentliche Schieflage, wenn Geburtshelferinnen nicht angemessen vergütet werden, die Kassen aber für nicht medizinisch notwendige Leistungen zahlen müssen.