Es ist ein lobenswertes Ziel, dass Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer seine Wasserstraßenverwaltung abspecken will. Angesichts der staatlichen Geldnot sollte dies für Staatsverwaltungen eigentlich generell gelten. Ramsauers Prinzip, die Behördenstandorte mit viel Güterverkehr zu stärken und Standorte mit wenig Verkehr zu schrumpfen, läuft allerdings der Entwicklung hinterher. Sie ist eine sang- und klanglose Absage an jede Art von Gestaltungswillen.

Dass die Elbe zwischen Magdeburg und Dresden angesichts der Konflikte zwischen Ökonomie und Ökologie für den Güterverkehr kaum mehr eine Rolle spielen soll, ist nachvollziehbar. Dass aber beispielsweise der Mittellandkanal zwischen Niedersachsen und Berlin, parallel zur vielbefahrenen Autobahn 2, nur noch drittrangige Bedeutung haben soll, ist höchst fragwürdig. Von vorausschauender Verkehrspolitik zeugt die Neuordnung jedenfalls nicht.