Die SPD-Bundesspitze hat – wieder einmal – den Charme der Basisdemokratie entdeckt. Bewerber für Spitzenposten sollen, so der Vorschlag, auch von Nicht-Mitgliedern gewählt werden. Diese Öffnungsstrategie klingt verlockend. Seht her, wie modern wir sind!

Die Parteiführung hofft, mit demonstrativer Reformfreude ihr angekratztes Image aufzupolieren. Wird es der SPD gelingen, mit größerer Transparenz und höherer Beteiligung zu punkten? Gut möglich, wenn ein so weitreichender Schritt tatsächlich erfolgen würde. Aber: Derzeit sind Zweifel angebracht, ob dieser Plan wirklich umgesetzt wird.

In den SPD-Landesverbänden hält sich die Begeisterung in engen Grenzen. Parteifunktionäre fürchten um ihren Einfluss. Und einfache SPD-Mitglieder fragen zu Recht, was ihre Mitgliedschaft eigentlich noch wert ist, wenn auch Nicht-SPDler an wichtigen Entscheidungen in der Partei mitwirken dürfen. (Sachsen-Anhalt)