Tanker trifft Schnellboot. Doch keine Schiffskollision ist das Ergebnis, vielmehr eine schlagkräftige Armada. Der Weltkonzern Siemens und Microvista, ein ehrgeiziger Firmenneuling aus der Harzer Provinz, haben ihr gemeinsames Projekt vorgestellt. Ingenieure aus Blankenburg revolutionierten ein bewährtes Medizingerät zur industriellen Prüftechnik. Nicht mehr nur Knochen, stattdessen Zylinderköpfe und andere komplizierte Bauteile können schnell geröntgt werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Weniger Ausschuss bedeutet weniger Kosten – mithin für die Firmen ein besseres Geschäft.

Insofern ist der Richtungswechsel in der Förderpolitik des Landes so überfällig wie folgerichtig. Öffentliches Geld vor allem dort ausgeben, wo sich eine innovative Wirtschaftsstruktur bildet. Microvista ist ein Beispiel dafür. Nach 20 deutschen Einheitsjahren steht endgültig fest, wer nur verlängerte Werkbank ist, hat kaum Überlebenschancen. (Wirtschaft)