In der weißen Zunft stehen die Zeichen auf Sturm. Diesmal sind es die Krankenhausärzte, die ihren Unmut auf die Straße bringen wollen. Dabei geht es ihnen, so der Marburger Bund, nicht vorrangig um mehr Geld, sondern um bessere Arbeitsbedingungen.

Das Land und die Bundesrepublik haben schon mehrere Ärztestreiks überstanden. Nicht immer waren die Sympathien auf der Seite der protestierenden Mediziner. Mitunter war Jammern auf hohem Niveau im Spiel. Die angekündigten Streiks der Klinikärzte machen da wohl eher eine Ausnahme.

Wenn die kommunalen Arbeitgeber es tatsächlich zulassen, dass Ärzte bis zu zehn Wochenenddienste hintereinander schieben müssen, weil mehr als 370 Ärzte in Sachsen-Anhalt fehlen, dann ist es allerhöchste Zeit für Veränderungen.

Genervte Mediziner machen nicht nur sich selbst und ihre Familien unglücklich, sie können auch Patienten schaden. Eine optimale Versorgung dürfte kaum möglich sein. Außerdem leidet die Weiterbildung. Die Arbeitgeber sollten überlegen, wie mehr ärztliches Personal in die Kliniken zu bekommen ist. Sonst kommt zum Hausarztdilemma auf dem Lande auch noch eins in den Krankenhäusern. (Seite 1)