Bisher ist es der EU noch stets gelungen – wenn auch oft nach langen Verhandlungsjahren – fast alle Lebensbereiche der Europäer in ein Regelwerk zu pressen. Das haben die Verantwortlichen aus den Mitgliedsstaaten nun in vergleichsweise atemberaubendem Tempo bei einem äußerst komplizierten Gegenstand hinbekommen – den unberechenbaren Kräften der isländischen Vulkanwelt. Vielleicht ging es gerade wegen der Tücke des Objekts so schnell mit der Einigung über einheitliche Asche-Grenzen für den Flugverkehr über Europa.

Diese quasi EU-Vulkanstaubrichtlinie kann zwar nur der Schadensbegrenzung dienen. Dennoch mussten die ersten Regeln für den Umgang mit dem gefährlichen Naturphänomen zwingend her. Was bei zuviel Ascheauswurf droht, hat die Luftverkehrskrise Mitte April schließlich eindringlich vor Augen geführt.(Politik)