Die Kanzlerin hat Tacheles geredet. Angela Merkel wählte das Podium des 2. Ökumenischen Kirchentags in München, um die Deutschen darauf einzustimmen, dass sie den Gürtel werden enger schnallen müssen. Dass die Kanzlerin ihren Vortrag "Hoffnung in Zeiten der Verunsicherung" überschrieb, kann über den Ernst der Lage nicht hinwegtäuschen. Merkel kritisierte Exzesse auf den Finanzmärkten und will Spekulanten das Handwerk legen, musste gleichwohl aber auch eingestehen, dass Deutschland in der Vergangenheit über seine Verhältnisse gelebt hat. Dies freilich ist mitnichten auswärtigen Finanzjongleuren anzulasten.

@109_Meinung_Kommentar_Text:Geld ausgeben war der politische Wille der Regieren- den in Bund und Ländern – immer mit Blick auf die nächsten Wahlen. Nun, da die Katze aus dem Sack ist, kann man gespannt darauf warten, wann, wo und wie die Kanzlerin ihren neuen Erkenntnissen konkrete Sparmaßnahmen folgen lassen wird. (Seite 1)