Eine Flutwelle wälzt sich auf der Oder unaufhaltsam flussabwärts. Wohl zu Pfingsten wird sie beim Dörfchen Ratzdorf, wo sich Oder und Neiße vereinen, Brandenburg erreichen. Das Oder-Hochwasser von 1997 und das Elbe-Hochwasser von 2002 kehren ins Bewusstsein zurück. Eine ähnliche Tiefdruck-Wetterlage wie damals bestimmt das Geschehen.

Wie dramatisch sich die Lage entwickelt, wie die Oder erneut Einfluss auf das Leben der Menschen am Fluss nehmen wird, weiß man erst, wenn das Wasser da ist. Seine Wucht zu unterschätzen wäre aber ebenso falsch, wie in Panik zu geraten. Einiges spricht dafür, dass die Fluten diesmal besser beherrschbar sind als 1997. Denn mit Polen gab es danach ein abgestimmtes Programm zum Bau von Hochwasserschutzanlagen. Und Brandenburg selbst hat seit damals 220 Millionen Euro in den Deichbau gesteckt. (Rund um die Welt)