Wer als Käufer eines Neuwagens mit seinem neuen Auto den Hof des Händlers verlässt, bleibt wie durch ein blindes Band für eine Zeitlang mit dem Verkäufer verbunden: Um den Garantieanspruch nicht zu verlieren, muss der Autofahrer schön brav seinen fahrbaren Umsatz in festgelegten Abständen beim Vertragshändler vorführen. Ein sicheres Geschäft für die Branche. Manchem Autofahrer sind diese Zwänge schon übel aufgestoßen, wenn er den Ölwechsel durch die Vertragswerkstatt durchführen lassen musste.

Damit soll jetzt nach dem Willen der EU-Kommission Schluss sein. Freie Fahrt für den Verbraucher – zu der Werkstatt seiner Wahl. Die Preise für Autoreparaturen sollen jetzt fallen, hofft die EU. Die Nachricht hört der Verbraucher gern. Ob er daran auch glauben kann? Was bei der Liberalisierung des Telefonmarktes funktioniert hat – Telefonieren ist so billig wie nie – muss hier noch lange nicht klappen. Das Innenleben eines Autos ist etwas komplizierter. Nicht wenige Teile sind so konstruiert, dass sie in Gänze ausgetauscht werden, selbst wenn nur ein kleines, preiswertes Teil defekt ist.