Mit Udo Lindenberg bekommt in diesem Jahr kein angesehener Literat den "Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache", sondern ein waschechter Rocker. Anhänger des künstlerisch wohlgesetzten Wortes mag das irritieren, unumstritten aber ist, dass Kunst eine Frage höchst individueller Wahrnehmung ist.

Lindenbergs Verdienst besteht nicht nur darin, im überwiegend englischsprachigen Geschäft der Popmusik Deutsch etabliert zu haben, er hat es auch wie kaum ein anderer verstanden, gesellschaftskritische Themen massenwirksam zu verpacken und somit im besten Sinn des Wortes unter die Leute und ins Gespräch zu bringen. Songs wie "Mädchen aus Ostberlin" oder "Wozu sind Kriege da?" sind zum modernen Liedgut ganzer Generationen geworden. Auf diesen Preis darf Udo mit Recht einen Rum mit Tee trinken …(Kultur)