Ohne Zweifel: Roland Koch hat einen starken Abgang hingelegt. Er hat das Überraschungsmoment genutzt. Wenn ein mit sicherem Machtinstinkt ausgestatteter Politiker den Hut nimmt, dann wird er für sich selbst erkannt haben: Es ist höchste Zeit zu gehen. So fest im Sattel wie die Jahre seit 1999 saß der hessische Regierungschef nach der Landtagswahl im Jahr 2009 nämlich nicht mehr.

Natürlich beweinen Konservative den Verlust einer ihrer Lichtgestalten jetzt heftig. Koch ist ja nicht der erste aus ihren Reihen, der das Handtuch wirft. Er folgt Friedrich Merz, Edmund Stoiber, Günther Oettinger ...

Koch hat politische Debatten in Deutschland belebt, indem er polarisierte. Der Mann liebt Klartext, er zeigt eigenständiges Profil. Aber seine Methoden sind weniger erlesen. So griff er bei den Wahlkämpfen in die fremdenfeindliche Klischeekiste. Das ist schlecht für die politische Kultur. Insofern ist Kochs Abgang ein politischer und ein kultureller Erfolg.