In Aschersleben raucht es. Und das gewaltig. Wenn die Stadt Albrechts des Bären, die zur Landesgartenschau den Universalgelehrten Adam Olearius ausgegraben hat, jetzt Neo-Rauch-Stadt wird, ist das mehr als ein Glücksfall. Schließlich zeigt das Beispiel der Askanierstadt, dass in Zeiten der Globalisierung gerade die "Provinz" Charme und eigenes Profil entwickeln kann.

Vor allem ist Aschersleben ein Lehrstück dafür, dass es sich auch in Zeiten harter ökonomischer Zwänge lohnt, auf weiche Werte zu setzen. Am Anfang des "Wunders von Aschersleben" stand das gemeinsame Bekenntnis zum Bildungsstandort, von Stadtvätern, -müttern und Verwaltung. Daraus erst folgte die Marschrichtung für Großprojekte wie IBA und Landesgartenschau, dazu viel, viel Arbeit, die gemeinsam bewältigt wurde. Eine solche Atmosphäre ist es, die einen Künstler wie Neo Rauch beflügelt, sich großzügig mit eigenen Ideen einzubringen. Aschersleben kann Schule machen!