Mittel gegen Arbeitslosigkeit

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Auszubildende mit Defiziten können mit zusätzlichen Lernangeboten unterstützt werden, damit sie ihren Abschluss erreichen. Bisherige Bilanz: Sechs Monate nach Ende der Förderung werden im Schnitt 70 Prozent weiter ausgebildet.

Praktika beim Arbeitgeber

Arbeitslose können zur Erprobung ein zeitlich begrenztes Praktikum bei einem Arbeitgeber leisten. Bisherige Bilanz: Sechs Monate nach dem Praktikum erhalten im Schnitt 56 Prozent eine sozialversicherungspflichtige Anstellung.

Eingliederungszuschuss

Arbeitgeber können zeitweise einen Zuschuss erhalten, wenn sie einen Arbeitslosen mit Vermittlungshemmnissen einstellen. Bisherige Bilanz: Sechs Monate nach Ende der Förderung werden rund 72 Prozent weiterhin in den Firmen beschäftigt.

Berufliche Weiterbildung

Qualifizierungsmaßnahmen können sich ebenfalls für Arbeitslose lohnen. Bisherige Bilanz: Sechs Monate nach Ende der Förderung finden im Schnitt 45 Prozent einen neuen Job.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Magdeburg. Obwohl sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt weiter verbessert hat, geht die Zahl der Langzeitarbeitslosen nur langsam zurück. Arbeitsagentur-Chef Kai Senius will die Betroffenen deshalb noch stärker individuell fördern. Der Volksstimme sagte Senius, dass aber jeder Zehnte wohl keinen Job mehr auf dem Arbeitsmarkt finden wird.

Das Grundproblem seien Vermittlungshemmnisse, die es bei vielen Betroffenen gebe. "Wer beispielsweise Schwierigkeiten mit der Gesundheit hat, schon älter oder geringqualifiziert ist, hat deutlich schlechtere Chancen, eine Stelle zu bekommen", erläuterte Senius. Von den im Schnitt rund 47.200 Langzeitarbeitslosen hierzulande seien 25 Prozent älter als 55 Jahre und weitere 25 Prozent geringqualifiziert. Gut jeder zehnte Langzeitarbeitslose habe mehr als drei Hemmnisse und sei damit praktisch nicht mehr zu vermitteln.

Speziell für diese Gruppe fordert Senius von der Politik, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten durch Bürgerarbeit zu schaffen. 4300 Menschen sind derzeit in Sachsen-Anhalt als Bürgerarbeiter beschäftigt, das Förderprogramm des Bundes für solche öffentlichen Jobs läuft allerdings in diesem Jahr aus. Und nur für 1100 Bürgerarbeiter will das Land mit Hilfe von EU-Geldern ein Folgeprogramm auflegen. Senius reicht das nicht: "In Regionen wie Mansfeld-Südharz existiert ja kaum noch ein Arbeitsmarkt - dort sollte die Politik einen künstlichen Markt mit Hilfe von Bürgerarbeit schaffen."

Senius ist aber auch optimistisch, dass die Mehrheit der Langzeitarbeitslosen in den kommenden Jahren wieder Arbeit findet - vor allem mit Hilfe individueller Förderung. "Seit einem Jahr werden 3000 Langzeitarbeitslose von speziellen Vermittlern betreut", so Senius. Die Fachkräfte hätten mehr Zeit, den Betroffenen zu helfen, ihre individuellen Probleme zu lösen. Die Förderung koste zwar viel Geld, würde sich aber langfristig lohnen. Mehr als 1000 seien so schon in Arbeit vermittelt wurden.