Frankfurt/Main (dpa). Geldfälscher haben 2013 in Deutschland weniger Euro-Blüten in Umlauf gebracht als im Vorjahr. Polizei, Handel und Banken zogen im vergangenen Jahr 39.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr, wie die Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte. Das waren rund sechs Prozent weniger als 2012.

Damit läuft die Entwicklung in Deutschland gegen den Europatrend: Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt berichtete, stieg das Falschgeldaufkommen im vergangenen Jahr um 26 Prozent. In der Eurozone hätten die Behörden 670.000 falsche Banknoten aus dem Verkehr gezogen.

Die Bundesbank bezifferte den durch die Fälschungen in Deutschland entstandenen Schaden auf 2,1 (Vorjahr: 2,2) Millionen Euro. "Wir haben eine rückläufige Entwicklung bei einem ohnehin schon niedrigen Falschgeldniveau", sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele: "In Deutschland muss man rein rechnerisch 2000 Jahre alt werden, um einmal mit einer gefälschten Banknote in Berührung zu kommen. In Deutschland kommen fünf falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner, im Euroraum zwanzig." Über die Gründe für diese Unterschiede wollen Bundesbank und EZB nicht spekulieren.

Die EZB schätzt die Gefahr für Verbraucher, mit einer Blüte in Kontakt zu kommen, trotz des Anstiegs der aus dem Verkehr gezogenen Fälschungen weiterhin als sehr niedrig ein: "Angesichts der Tatsache, dass tagtäglich über 15 Milliarden echte Euro-Geldscheine im Umlauf sind, ist diese Zahl sehr gering."

Erstmals versuchten sich Fälscher auch am neuen Fünf-Euro-Schein, der erst seit Mai 2013 im Umlauf ist. In Deutschland wurden 347 falsche Fünfer sichergestellt. "Die Fälscher sind relativ schnell auf die neuen 5-Euro-Noten übergesprungen", sagte Rainer Elm, Leiter des Nationalen Analysezentrums der Bundesbank.

Die EZB stellte am Montag einen überarbeiteten Zehn-Euro-Schein vor, der die Gemeinschaftswährung noch sicherer gegen Geldfälscher machen soll. Der neue Zehner wird am 23. September in Umlauf gebracht. Ein neuer Zwanziger soll 2015 folgen.