Magdeburg l Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt wird sich nur dann erfolgreich entwickeln können, wenn es ihr gelingt, konkurrenzfähige Produkte auf den Markt zu bringen. Voraussetzung dafür ist eine enge Zusammenarbeit von Unternehmen, Hoch- und Fachschulen sowie Forschungseinrichtungen. Dieser Zusammenhang wurde auf einer Wirtschaftskonferenz der CDU-Landtagsfraktion unter der Überschrift "Wissenschaft trifft Wirtschaft - Bilanz und Ausblick für die Landespolitik" am Donnerstagabend in Magdeburg deutlich.

Die Landespolitik setzt auf die enge Verbindung beider Pole. "Wir wollen die Innovationsförderung auf die Wachstumsfelder Energie/Maschinen- und Anlagenbau, Gesundheit und Medizin, Mobilität und Logistik, Chemie und Bioökonomie sowie Ernährung und Landwirtschaft konzentrieren", sagte Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU).

Wo Sachsen-Anhalts Unternehmen bei den Forschungsaufwendungen im deutschen Vergleich stehen, machte er an zwei Zahlen deutlich. Hierzulande würden die Betriebe 70 Euro pro Kopf ausgeben, in Baden-Württemberg seien es 1200 Euro. In Bayern würden 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Forschung fließen, in Sachsen-Anhalt gerade einmal 1,2 Prozent, ergänzte Magdeburgs Fraunhofer-Institutschef Michael Schenk. Über absolute Zahlen wolle er lieber nicht reden. Sein Fazit: "Wir müssen die Forschung stärken, sonst werden wir kein starkes Wachstum haben."

Unternehmen können Kunden nur mit neuen und immer besseren Produkten halten, zeigten sich der Chef der CDU-Fraktion, André Schröder, und deren wirtschaftspolitischer Sprecher Ulrich Thomas überzeugt. Die Politik könne hier helfen. Schröder: "Ich bin für die Überarbeitung von Förderzuschlägen offen, wenn es um Forschung und Innovation geht."

Die Präsidentin des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Claudia Buch, attestierte Sachsen-Anhalt, mit Blick auf die Infrastruktur von der Straße über leistungsfähige Unternehmen bis zu den Universitäten und Fachhochschulen "gut aufgestellt" zu sein. Allerdings würden Vernetzungsmöglichkeiten nicht ausreichend genutzt. Gerade die Verzahnung von Unternehmen mit den Möglichkeiten der wissenschaftlichen und universitären Forschung sei ein ganz wichtiger Punkt, betonte Buch, die in ihrem Vortrag zudem Ergebnisse des Jahresgutachtens der sogenannten Wirtschaftsweisen vorstellte.

Nach einem Bericht des "Handelsblatts" gehört die IWH-Präsidentin zum engen Kandidatenkreis für einen Posten an der Spitze der Bundesbank. Angeblich haben Bundesbank und Bundesregierung mit der Suche nach einer Nachfolgerin von Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger begonnen, die ins Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) wechseln soll. Buch wollte sich auf Volksstimme-Nachfrage nicht zu diesem Thema äußern.

Für den Geschäftsführer des Innovations- und Gründerzentrums Magdeburg (IGZ), Jürgen Ude, ist es unerlässlich, dass Unternehmen mit Universitäten, Hoch- und Fachschulen zusammenarbeiten, um die Entwicklung von Produkten voranzutreiben. Ude verwies auf die guten Erfahrungen des automobilen Netzwerkes "Mahreg Automotive", das sich als zentrale Kooperationsplattform für Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt etabliert habe.

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