Magdeburg l Das Handwerk im Norden von Sachsen-Anhalt brummt. "Wir können von einer insgesamt sehr guten Konjunkturlage sprechen", sagte am Freitag der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, Burghard Grupe, bei der Vorstellung der jüngsten Wirtschaftsumfrage der Kammer für das vierte Quartal 2013. Danach bewerten 89 Prozent der Firmen ihre Lage mit "gut" oder "befriedigend". Bereits am Donnerstag hatte die Handwerkskammer Halle von einer guten Stimmung in ihrem Bezirk berichtet.

Die Kammer in Magdeburg ist auch für die kommenden Monate optimistisch. "Nach einem zu erwartenden leichten Wintertief gehen wir für das Jahr 2014 von einem positiven Konjunkturverlauf aus", blickte Grupe voraus. Besonders gut läuft es derzeit bei den Baubetrieben. Diese machen mehr als 60 Prozent der insgesamt rund 14000 zum Kammerbezirk zählenden Firmen aus. "Das ist die Konjunkturlokomotive, die alle anderen mitzieht", sagte Grupe.

Ungefähr jedes fünfte Unternehmen im Kammerbezirk gab an, zu 100 Prozent ausgelastet gewesen zu sein. Das gilt insbesondere für das Ausbauhandwerk, zu dem unter anderem Maler, Trockenbauer, Klempner und Installateure zählen. Die Auslastung der Handwerksbetriebe zwischen Altmark und Harz liegt im Durchschnitt bei 81 Prozent, die Auftragsreichweite bei 6, 7 Wochen. Vor einigen Jahren waren es teilweise nur vier Wochen.

"Trotz guter Konjunkturlage weht unseren Betrieben angesichts der Pläne der großen Koalition der Wind ins Gesicht", sagte Grupe. So sei beispielsweise der Abbau der kalten Progression nicht in Sicht, kritisierte er. Ein großes Problem seien auch die hohen Energiepreise. Insgesamt beschäftigen die Handwerksbetriebe, die im vergangenen Jahr sechs Milliarden Euro umsetzten, rund 69000 Menschen.