Wiesbaden (dpa). Der starke Export und der gestiegene Binnenkonsum haben die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr so stark wachsen lassen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im Vergleich zu 2009 um 3,6 Prozent zu, teilte das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden mit. Damit ist der Absturz aus dem Krisenjahr 2009 von 4,7 Prozent aber noch nicht komplett wieder aufgeholt. Experten rechnen damit, dass dies in diesem Jahr geschieht.

Im vierten Quartal schwächte sich das Wachstum ab: Im Vergleich zum Vorquartal legte das BIP preis- und saisonbereinigt um rund 0,5 Prozent zu. Ein wichtiger Grund für die etwas schwächere Entwicklung sei der frühe Wintereinbruch gewesen, berichteten die Statistiker. Im dritten Quartal war die Wirtschaftsleistung noch um 0,7 Prozent gestiegen.

Der Staat ist nicht zuletzt wegen der Konjunkturprogramme noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Mit 88,57 Milliarden Euro machte das Staatsdefizit 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Die Vorgaben des EU-Stabilitätspaktes wurden damit klar verfehlt. 2009 hatte Deutschland das Defizit-Kriterium mit einer Quote von 3,0 Prozent oder 72,91 Milliarden Euro knapp erreicht.