Der deutsche Aktienmarkt hat seine am Donnerstag gestartete Erholung zum Wochenausklang fortgesetzt. Treiber waren neben Schnäppchenjägern, die sich nach der leichten Korrektur über vergünstigte Einstiegskurse freuen, aktuelle Zahlen vom US-Arbeitsmarkt.

Analysten hatten bei den mit Spannung erwarteten Zahlen zuvor Schlimmstes erwartet, nachdem andere Konjunkturdaten aus den USA zuletzt enttäuscht hatten. Auf den ersten Blick waren die Zahlen auch eher ernüchternd: Außerhalb der Landwirtschaft blieb der Jobaufbau in den USA im Januar erneut hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote jedoch überraschend gesunken. Außerdem dürfte die Kältewelle beim geringeren Jobaufbau eine erhebliche Rolle gespielt haben. Im Februar sind daher Aufholeffekte denkbar.

Vor allem technische Analysten trauen der Erholung im Dax jedoch nicht und halten sie nur für vorübergehend. Nachdem sich der Dax mit seinem bisherigen Rekordkurs bei 9794 Punkten nahe an die magische Marke von 10000 Punkten herangewagt habe, befinde sich das deutsche Leitbarometer nun in einer lang- anhaltenden Korrekturphase. Oft sprechen technische Analysten davon, dass die zittrigen Hände im Markt erst ihre Aktien hergeben müssten, bevor es wieder aufwärts gehen könne. Die Akteure mit den zittrigen Händen sind Anleger, die bereits bei den geringsten Verlusten ans Verkaufen denken. Und in der Tat: Sollte der Dax erneut ins Minus drehen, dürften sich die Pessimisten bestätigt fühlen und in den Verkaufsmodus schalten. Bei etwa 8900 bis 9000 Punkten sei dann der Wendepunkt gekommen, so die Mehrzahl der technischen Analysten. Der Dax habe freie Fahrt nach oben und dürfte schon bald die alten Höchstkurse wieder erreicht haben.

Langfristig orientierte Anleger, die mit der technischen Analyse sonst nicht viel anfangen können, dürften sich mit diesem Szenario durchaus anfreunden können - immerhin ist kein Crash in Sicht. Zwar haben die Schwellenländer derzeit durchaus damit zu kämpfen, dass Investoren ihre Gelder abziehen. Und natürlich geht damit die Nachfrage zurück, so dass auch europäische Unternehmen weniger in die aufstrebenden Länder exportieren. Aber das bricht den gut aufgestellten deutschen Dax-Konzernen noch längst nicht das Genick.