München (AFP) l Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hat dreieinhalb Jahre nach der Übernahme des Warenhauskonzerns eine kritische Bilanz gezogen. "Die Häuser, die wir saniert haben, funktionieren nicht besser als die, die wir nicht saniert haben", sagte Berggruen der "Süddeutschen Zeitung". Es sei bisher nicht gelungen, "die richtige Formel" zu finden. Zu seiner Rolle sagte Berggruen, er sei "als Geschäftsmann zu weich" gewesen.

Berggruen hatte den angeschlagenen Karstadt-Konzern im Juni 2010 übernommen. Inzwischen hat er Teile des Konzerns weiterverkauft. Das Problem der Warenhäuser seien "die Profitabilität und die Kosten", sagte er. Am Sortiment und an der Werbung sei viel geändert worden, jedoch ohne den erhofften Erfolg.

Rückkehr zu Tarifverträgen

Als "Feind" von Karstadt identifizierte Berggruen "die Konkurrenz, das Internet". Doch anstatt dies zu erkennen, gebe es im Konzern einen "internen Konflikt", der nicht hilfreich sei, sagte der Investor mit Blick auf den Streit mit den Gewerkschaften.

Zwischen der Arbeitnehmerseite und der Unternehmensführung gibt es seit Jahren Spannungen. Im Frühjahr 2013 stieg Karstadt aus den regionalen Tarifverträgen aus, inzwischen vereinbarten beide Seiten eine Rückkehr zur Tarifbindung.