Die Nummer drei der Callcenter-Branche in Deutschland hat einen neuen Standort in Magdeburg offiziell eröffnet. 75 Mitarbeiter hat Sitel bereits eingestellt, in den kommenden Jahren sollen es mehr als 400 werden.

Magdeburg l Bereits seit Januar arbeitet Mathias Theek bei Sitel in Magdeburg. Der 41-Jährige ist beruflich viel herumgekommen, hat in Berlin und Hamburg gelebt, war zuletzt bei der Uniklinik in Bonn angestellt. "Dort habe ich für mich aber keine Karriereperspektive mehr gesehen", erzählt Theek. Über das Internet habe er dann erfahren, dass Sitel in Sachsen-Anhalt expandiert, mit Unterstützung der Landesregierung und der Stadt Magdeburg.

Für ihn war das Grund genug, sich beim Callcenter-Dienstleister zu bewerben, denn Theek ist gebürtiger Stendaler. "Die Perspektive auf einen interessanten Job und die Möglichkeit, der Familie wieder nah zu sein, haben mich gereizt", sagt Theek. Mit seiner Bewerbung hatte er Glück, er wurde genommen.

Aus Freude darüber schrieb Theek eine E-Mail an die Staatskanzlei, bedankte sich für die Bemühungen um Neuansiedlungen und dafür, dass er nun zurück in seine Heimat kommen könne. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nahm das zum Anlass, Theek bei der Eröffnungsfeier am Donnerstag vor Sitel-Beschäftigten und Gästen aus Politik und Wirtschaft gesondert als "Rückkehrer" zu begrüßen. "Es freut uns sehr, dass Sitel mit seinem neuen Standort gute Arbeitsplätze schafft, die auch für Rückkehrer attraktiv sein können", sagte Haseloff. Die Landesregierung wolle sich weiter für Ansiedlungen von attraktiven Firmen einsetzen. Um Sitel die Standortentscheidung zu erleichtern, wurden vonseiten des Landes unter anderem die Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter gefördert.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) betonte, er freue sich, mit Sitel einen Arbeitgeber gewonnen zu haben, dessen Mitarbeiter ihre Gehälter nicht vom Staat noch aufstocken lassen müssen. "Die Ansiedlung zeigt auch, dass Magdeburg attraktiv für international operierende Unternehmen ist", so Trümper.

Sitel ist ein Callcenter-Dienstleister mit weltweit 58000 Mitarbeitern, 3500 davon sind in Deutschland angestellt. Das US-Unternehmen hat unter anderem einen Standort in Wittenberg und zwei Niederlassungen in Dessau mit insgesamt rund 2000 Mitarbeitern. An den bisherigen Standorten in Sachsen-Anhalt konnte Sitel jedoch nicht weiter expandieren, neue Bürogebäude mussten her.

"Wir haben uns für Magdeburg entschieden, weil es hier bereits eine Callcenter-Kultur gibt", erklärte Sitel-Geschäftsführer Christian Steinebach. So gebe es rund 6000 Menschen in der Stadt, die bereits in Callcentern gearbeitet hätten und für eine Anstellung infrage kämen. Ein weiterer Vorteil sei, dass in Sachsen-Anhalt weitgehend akzentfrei Hochdeutsch gesprochen werde. Steinebach zufolge werde Sitel von Magdeburg aus Firmenkunden im Bereich Telekommunikation und Elektrotechnik betreuen. Der Geschäftsführer betonte, sein Unternehmen lege auf Qualität Wert und zahle seinen Mitarbeitern daher mindestens auch den Mindestlohn.