Die Korrektur an den Börsen ist beendet, die Zeit der günstigen Einstiegskurse damit auch. Der Dax hat die Marke von 9600 Punkten wieder übersprungen - und nimmt allmählich erneut Anlauf in Richtung Allzeithoch. Auch ein Stand von 10.000 Zählern ist wieder in Greifweite. Also alles wieder wie vor ein paar Wochen, bevor Ängste um Turbulenzen in den Entwicklungs- und Schwellenländern die Kurse weltweit nach unten trieben.

Die jüngste Beruhigung haben wir einmal mehr den Notenbanken zu verdanken. Die Zentralbanken in den Schwellenländern, die unter hohen Kapitalabflüssen internationaler Investoren leiden, erhöhten zum Teil massiv die Leitzinsen und stabilisierten so die Devisenkurse. Und in Europa betonte die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt, dass die Notenbank zu weiteren expansiven Maßnahmen bereit ist. Angeblich zieht die EZB nicht nur ernsthaft in Erwägung, erneut den Leitzins zu senken, sondern auch erstmals den Einlagenzinssatz mit negativen Zinsen zu versehen.

Das würde bedeuten, dass Banken Verluste machen, wenn sie Gelder bei der Notenbank parken und nicht per Kredit an die Wirtschaft weiterreichen. Eine gute Idee, die dazu führen könnte, die bislang schwache Kreditvergabe in den Peripherie- ländern anzukurbeln und die dortige Wirtschaftsentwicklung nachhaltig zu unterstützen. Das wäre dringend notwendig, um die Unsicherheiten in der Eurozone zu beenden. Während die US-Unternehmen fast durchweg überzeugende Zahlen ablieferten, sieht es bei den europäischen Konzernen nämlich weniger gut aus. Insbesondere das Umsatzwachstum hinkt den Erwartungen hinterher.

Weitere Rückschläge an den Aktienmärkten sind daher in den nächsten Tagen und Wochen möglich. Aber wie bei der jüngsten Korrektur zu sehen war, bleibt der mittelfristige Trend wegen der insgesamt guten Konjunkturaussichten positiv - und Rücksetzer sind eher als Kaufgelegenheiten anzusehen. Auch die deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) prognostizierte, und legt 2014 voraussichtlich um 1,6 Prozent zu. Stockpicker finden in den deutschen Nebenindizes noch eine Menge bislang unterbewerteter Unternehmen, die von dem Aufschwung erheblich profitieren könnten.