Magdeburg (dpa/sj) l Sachsen-Anhalts Agrarminister Hermann Onko Aeikens (CDU) will die Öko-Landwirtschaft stärker fördern. Von 2015 an sollen die Prämien für ökologisch bewirtschaftete Flächen erhöht werden, teilte Aeikens am Freitag bei einem Besuch der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel BioFach in Nürnberg mit.

"Die Nachfrage der Verbraucher nach Öko-Lebensmitteln wächst stetig. Doch der Anbau hinkt noch hinterher", erklärte Aeikens. Auf der Messe sind auch zehn Aussteller aus Sachsen-Anhalt vertreten, unter anderem der Biogartenversand Jeebel (Altmarkkreis Salzwedel), der Getreideerzeuger Ökokorn Nord aus Magdeburg und der Biohof Ritzleben (Altmarkkreis Salzwedel) sowie der Gebäckhersteller Wikana Keks aus Wittenberg.

Für Ackerland würden dann zum Beispiel 230 Euro pro Hektar und damit 30 Euro mehr als bislang gezahlt. Die Prämie für Grünland klettert um 60 Euro auf ebenfalls 230 Euro. Für Gemüsekulturen soll es 405 Euro pro Hektar, für Dauerkulturen 750 Euro pro Hektar geben und der Kontrollkostenzuschuss maximal 550 Euro pro Antragsteller betragen. Im vergangenen Jahr lag die Förderung bei zusammen rund 8,6 Millionen Euro. Die Höhe der Subvention kann jedes Bundesland innerhalb eines vom Bund vorgegebenen Korridors selbst bestimmen. Landtag und EU müssen dem noch zustimmen.

In Sachsen-Anhalt hat sich die Zahl der Ökobetriebe in den vergangenen 20 Jahren verzehnfacht. Wirtschafteten 1992 nur 31 Ökobetriebe auf 3700 Hektar, waren es 2014 bereits 368 Unternehmen auf rund 54000 Hektar. Im Vergleich zu den rund 1,2 Millionen Hektar gesamter landwirtschaftlicher Fläche ist dies nur ein kleiner Bruchteil. Schwerpunkte des Bio-Anbaus sind Weizen und Roggen. Aeikens wies darauf hin, dass die Entwicklung des Ökolandbaus durch steigende Kauf- und Pachtpreise behindert würde und durch den zunehmenden Anbau von Energiepflanzen eine Flächenkonkurrenz entstehe.