Der Fall Teldafax zeigt die Schattenseiten der Marktöffnung bei Strom und Gas. Die Firma aus Troisdorf bei Bonn preschte als Billiganbieter in ein Geschäft vor, das von den großen Versorgern und lokalen Stadtwerken beherrscht worden war.

Begonnen hatte Teldafax Ende der 90er Jahre in der Telekommunikationsbranche - nach einer ersten Pleite wagte sich der Preisbrecher 2007 mit neuen Investoren in den Energiemarkt.

Die Niedrigtarife lockten mehr als 700000 Kunden an, das Unternehmen bezeichnete sich als den "größten unabhängigen Energiedienstleister" Deutschlands. Als Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen gab sich Teldafax einen seriösen Anstrich.

Das Problem: Die günstigen Konditionen, die über weite Strecken unter den Einkaufspreisen lagen, waren möglich, weil Teldafax von seinen Kunden Vorkasse verlangte. Verbraucherschützer witterten eine Art Schneeballsystem, bei dem die schiere Masse an Neukunden einen sonst verlustreichen Geschäftsbetrieb aufrechterhalte. Im Juni 2011 meldete der Stromdiscounter Insolvenz an. (dpa)