Halle (dpa) l Angesichts des milden Winters stagniert die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt. In diesem Februar wurden weniger Menschen als in den Jahren davor entlassen, etwa in der Baubranche. Landesweit waren 141 900 Menschen im Februar ohne Job, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Halle mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr gab es rund 7800 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote lag wie im Januar bei 12 Prozent. Das sind 0,6 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.

Sowohl die Arbeitsagentur als auch die Arbeitgeber zeigten sich optimistisch für die Zukunft. "Ich rechne mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit", sagte der Chef der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt-Thüringen, Kay Senius.

"Die Auftragslage ist gut. Ich denke, die Nachfrage nach Arbeitskräften wird zunehmen", sagte die Geschäftsführerin des Allgemeinen Arbeitgeberverbandes der Wirtschaft Sachsen-Anhalt, Sigrun Trognitz. Sie mahnte jedoch eine bessere und spezifischere Qualifizierung von Arbeitslosen an.

Nach Angaben der Arbeitsagentur meldeten öffentliche und private Unternehmen 4245 freie Stellen, das sind 1182 mehr als im Vormonat. Auf dem ersten Arbeitsmarkt verloren 8216 Frauen und Männer ihren Job; 9540 weniger als im Vormonat.

Im bundesweiten Vergleich der Länder nimmt Sachsen-Anhalt den vorletzten Platz ein, nur Mecklenburg-Vorpommern mit einer Quote von 13,2 Prozent liegt noch dahinter, wie die Arbeitsagentur weiter mitteilte. In Deutschland insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen im Februar fast unverändert geblieben. Die Arbeitsagenturen registrierten 3,138 Millionen Jobsucher, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Das sind 2000 mehr als im Januar; die Arbeitslosenquote verharrte somit bei 7,3 Prozent.

BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise geht davon aus, dass anders als in den zurückliegenden Monaten auch Arbeitslose verstärkt von neu geschaffenen Stellen profitieren werden. "Die Perspektiven für Arbeitslose verbessern sich allmählich wieder", sagte er. Jedoch: "Das ist noch nicht die Trendwende, die in die Hunderttausende geht, sondern es handelt sich um kleine Zahlen, die in die richtige Richtung gehen."

In den vergangenen eineinhalb Jahren waren viele neu geschaffene Stellen an Zuwanderer oder aus der Elternzeit zurückkehrende Bewerber gegangen. Arbeitslosen hatte es häufig an der erforderlichen Qualifikation gefehlt. Deshalb zeigte sich Weise zuversichtlich, dass das vergrößerte Angebot an beruflichen Ausbildungsgängen für Erwerbslose schon bald Früchte trage. Allein im Februar hätten 143 000 Arbeitslose an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen. Dies seien vier Prozent mehr als vor einem Jahr - bei ansonsten schrumpfender Förderung.

Die Zahl der sozialversicherten Arbeitsplätze sank von November auf Dezember (aktuellste Daten) ebenfalls saisonbedingt um 263 000 auf 29,61 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Statistiker bei diesen regulären Jobs aber ein Plus von zwei Prozent. Die BA wies allerdings darauf hin, dass es wegen einer gesetzlichen Änderung im Meldeverfahren schwerer sei, die Entwicklung zu beurteilen.

Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt der BA zufolge "auf einem guten Niveau". Im Februar waren den Arbeitsagenturen 429 000 offene Stellen gemeldet. Gesucht sind vor allem Fachkräfte im Verkauf und in Elektroberufen.

In beiden Bereichen hatten Firmen im Februar jeweils rund 30 000 Stellen ausgeschrieben. Auf der Suche nach qualifizierten Kräften seien außerdem Energieunternehmen sowie die Metall- und Elektroindustrie, hieß es von der BA. Auch Verkehrsfachleute und Logistikfachkräfte seien gefragt. In der Tourismusbranche und der Gastronomie würden ebenfalls Mitarbeiter gesucht, genauso wie in Gesundheitsberufen

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