Emden (dpa) l Europas größter Autobauer Volkswagen geht unter die Imker. Auf seinem Gelände am ostfriesischen Standort Emden hält VW neuerdings ein Bienenvolk direkt neben der Autofabrik. "Es handelt sich hier um die Apis mellifica, die in Deutschland meist gehaltene, jedoch gefährdete Honigbiene", sagte der Umweltbeauftragte für das Emder Werk, Thomas Laaken. Das Volk zähle im Winter 5000 Tiere, im Sommer werden es voraussichtlich 40.000.

Das weltweite Bienensterben macht seit Jahren Schlagzeilen. Ohne die emsigen Tiere droht die Natur, aus dem Gleichgewicht zu geraten. Eine Bedrohung für die Biene ist die Varroa-Milbe, aber auch Schadstoffe wie etwa Pflanzenschutzgifte setzen ihr zu oder sie leidet unter Monokulturen, die ihr eine Stärkung für den Winter erschweren können.

Für VW gehört die Bewahrung eines möglichst üppigen Naturkapitals, der sogenannten biologischen Vielfalt, seit 2007 zu den festen Zielen im Unternehmen. Der Einsatz für den Artenschutz ist bei Konzernen ein großer Trend, bei dem auch Marketingaspekte eine Rolle spielen.

Studien belegen, dass Verbraucher beim Konsum nicht nur auf Preis und Qualität achten. Auch Umwelt oder Fairness spielen zunehmend eine Rolle. Apple etwa will künftig möglichst komplett auf den Einsatz von Rohstoffen verzichten, die in Konfliktregionen gefördert werden und womöglich Rebellen finanzieren, die die Menschenrechte verletzen. Nach der Bohrinsel-Katastrophe des Ölkonzerns BP im Golf von Mexiko riefen Politiker hierzulande zu Boykotts gegen das Unternehmen auf.

Gute Zahlen und Wirtschaftskraft reichen im Wettbewerb um Kunden und die besten Mitarbeiter nicht mehr aus. Bereits im Geschäftsbericht 2010 schrieb Volkswagen: "Die Empfehlungen und Entscheidungen der Finanzmarktteilnehmer basieren nicht nur auf den ökonomischen Kennzahlen, sondern zunehmend auch auf Auskünften der Unternehmen über ihr Nachhaltigkeitsprofil." Grünes Engagement zahlt sich so im besten Fall mehrfach aus: für die Natur und für das Unternehmen.

Volkswagen will 2018 das "ökonomisch und ökologisch weltweit führende Automobilunternehmen" sein. Ein Plan dabei: Die Wolfsburger wollen den Energieverbrauch bis 2018 um 25 Prozent senken, Vergleichsbasis ist das Jahr 2010.

Gespart werden soll auch bei Wasser, Abfall, Abgas und Lösemittelemissionen. Auch die Bienen sind ein Mosaiksteinchen.