Magdeburg (ts). Vor dem Hintergrund des Energiekonzepts der Bundesregierung diskutierten gestern in Magdeburg beim 5. Workshop des Clusters Erneuerbare Energien – CEESA - mehr als 80 Experten aus der Branche über Leitbilder der Nachhaltigkeit, Schlüsselthemen der konventionellen als auch regenerativen Energiequellen sowie über Netzstabilität. Außerdem wurden neue Technologien zur Bereitstellung wirtschaftlicher Energieversorgungsanlagen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien vorgestellt.

"Sachsen-Anhalt zählt zu den Top 5 im aktuellen Erneuerbare-Energien-Ranking des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung", sagte Wirt- schaftsstaatssekretär Thomas Pleye. "Um auch künftig unsere Spitzenposition zu behaupten und weiter auszubauen, ist ein effizienter Wissens- und Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft vonnöten", fügte er hinzu. Diesem Ziel diene der Workshop.

Ein zentrales Thema war der Umbau des Energiesystems, der maßgeblich von einem optimierten stabilen Übertragungsnetz abhängt. "Wenn wir mittelfristig 50 Prozent Regenerativstrom im deutschen Stromnetz haben wollen, dann brauchen wir ein anderes Energieverteilsystem", forderte Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (CDU). Dieses System müsse nicht nur dezentraler aufgebaut und intelligent verknüpft sein, sondern alle Beteiligten vom Einspeiser bis zum Verbraucher müssten zusammenwirken und zum Teil neue Aufgaben übernehmen. Aeikens verwies insbesondere auf ein intelligentes Strommanagement, Speicherung und Netzausbau.

Zur Verstetigung der Einspeisung und damit zur Gewährleistung einer hohen Netzstabilität biete die Zusammenfassung verschiedener Windenergieanlagen in Kombination mit Speicher- und Rückverstromungseinheiten eine geeignete Lösungsvariante, erklärte der Projektleiter des Energieunternehmens Enertrag AG, Henning Stein.

Nach Ansicht des Bereichsleiters Netztechnik bei E.ON Avacon, Herbert Freitag, sei neben dem notwendigen Ausbau der Höchstspannungsnetze der Ausbau der Niederspannungsnetze vor allem in Reaktion auf das Wachstum bei der Photovoltaik "die nächste große Herausforderung".