Hannover (dpa) l Die Computermesse CeBIT will diesmal vor allem Begegnungs- und Konferenzbasis für Profis sein. Wo in den vergangenen Tagen noch rund 10 000 Arbeiter in Hannovers Messehallen hämmerten, schraubten und sägten, tummeln sich ab Montag fünf Tage lang Entscheider aus der weltweiten IT-Branche. Rund 230 000 Fachbesucher werden erwartet - so viele wie 2013. Damals kamen allerdings noch 43 000 Privatbesucher dazu, weil die CeBIT auch eine Publikumsmesse war. Das ist nun vorbei.

Zum Auftakt ihrer Neuausrichtung als reine Fachmesse wollen die Organisatoren mit Großbritannien als Partnerland punkten. Zum einen, weil der britische IT-Markt ein starkes Wachstum aufweist und die Briten den Ausbau sogenannter intelligenter Stromnetze vorantreiben, also auch an entsprechendem Know-how interessiert sind.

Zum anderen gewiss auch, weil Hannover eh im Großbritannien-Fieber ist: Im Mai stehen die Feiern zum 300. Jahrestag einer Epoche an, in der Hannovers Herrscher in Personalunion gleichzeitig als Könige von Großbritannien ein Weltreich lenkten.

Doch Großbritannien hat im Vorjahr auch mit seinem gigantischen Datensammel-Programm Tempora Schlagzeilen gemacht, das von Edward Snowden im Zusammenhang mit der Ausspäh-Affäre um den britischen Geheimdienst GCHQ und um den US-Dienst NSA enthüllt wurde. Dessen Chef, General Keith Alexander, wurde zwar nach Hannover zu einer Datensicherheits-Konferenz eingeladen, schickte aber eine Absage.

Immerhin wird sich dafür der stellvertretende Nato-Generalsekretär Jamie Shea nun am Donnerstag zu Cyber-Attacken äußern. Denn das Top-Thema der Messe lautet diesmal "Datability" und zielt auf den verantwortungsvollen Umgang mit großen Datenmengen ab.

Mit ihrem neuen Konzept hat die Messe nun eine ganze Halle mit drei Bühnen sowie diversen Treff- und Debattierecken speziell für Veranstaltungen und Konferenzen bereitgestellt. Für den Besuch eines der rund 1500 Fachvorträge, Seminare und Workshops wird anders als früher die Registrierung diesmal jedoch nicht reichen: Sie sind diesmal zahlungspflichtig.

Die Organisatoren haben sich daher um zugkräftige Namen bemüht und haben etwa den russischen Virenjäger Eugene Kaspersky, Apple-Mitbegründer Steve Wozniak und Wikipedia-Gründer Jimmy Wales im Programm.

Mit rund 4000 Quadratmetern hat die Deutsche Telekom den größten Messestand unter einem Himmel aus magenta-farbenen Regenschirmen. Großer Raum ist auch den 300 jungen innovativen Unternehmen gewidmet.